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Geschrieben von: Bruno und Heidi
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Samstag, 24. Juli 2010 um 04:27 |
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Liebe Freunde Dies wird vorläufig für längere Zeit der letzte Bericht von unserer Reise mit der Infinity. Nächsten Monat werden wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge von Puerto La Cruz in Venezuela nach Hause fliegen. Die Infinity ist noch nicht verkauft. Nachdem Pascal und Claudia von Guadeloupe aus heimgereist sind, segeln wir über die Iles des Saintes nach Martinique. Dort treffen wir den quirligen Gerd mit seiner Unique Dream wieder und lernen über ihn die sympathischen Österreicher Monika und Eric von der SY Aroha kennen. Wir merken schnell, dass wir das „Heu auf der selben Bühne haben“ und reisen gemeinsam bis nach Venezuela. Noch in Le Marin (Martinique) lassen wir, wie vorgeschrieben, unsere Rettungsinsel warten und bekommen das ausgetauschte Material zurück. Das sind z.B. Leuchtpatronen, eingeschweisster Notvorrat, Batterien, Wasserbeutel à 100ml mit dem Hinweis, dass man die ersten 24 Stunden kein Wasser trinken soll (wahrscheinlich um zu sparen), Sonnencreme und ein Döschen mit Tabletten gegen Übelkeit mit der witzigen Aufschrift, das Medikament sei eine halbe Stunde vor Reisebeginn einzunehmen! In Saint Lucia bleiben wir nur kurz und fahren gleich weiter nach Bequia. Der Törn beginnt mit Flaute bis zu den Pitons, zwei Gewitterfronten zwingen uns, den Gennaker einzurollen und die letzten Meilen brausen wir mit 8kn Fahrt über die Wellenkämme. Wahrscheinlich zum letzten Mal kaufen wir in der Markthalle die viel zu teuren Früchte und Salate ein und verabschieden uns von „Mr. President“ und weiteren Verkäufern. Auch Gerd sagen wir hier „Lebewohl“ und wünschen ihm eine gute Reise nach Trinidad und alles Gute für seine weiteren Zukunftspläne! Wir bleiben in Kontakt! Wir sind hier nun südlich des von der Versicherung ab Juni vorgeschriebenen 12. Breitengrades, wo die Hurrikan-Gefahr minim ist und eventuelle Schadenskosten übernommen würden. Die Tobago Cays sind nur spärlich besucht, wir begegnen nochmals dem ungefährlichen Riffhai und einer ganzen Rochenfamilie. Zu unserer grossen Freude bestätigt Rita Arndt meine Anstellung im Spital Rorschach ab September und wieder ist ein Datum für die Zukunft gesetzt. Dennoch leben wir die kommenden Wochen in den Tag hinein und geniessen noch ausgiebig die schönen Inseln, das Badevergnügen, die lieben Freunde und natürlich den Luxus, fast alle Spiele der Fussball-WM in irgend einer Bar im TV zu sehen! In Union Island marschieren wir auf den Berg, um uns nachher vor dem Fernseher im Anchorage Jacht-Club beim Fussball zu erholen. Sogar Eric lässt sich vom Fussballvirus infizieren und fiebert mit den Mannschaften mit. In Hochstimmung wegen dem Sieg der Schweizer über die Spanier fahren wir nach Carriacou, wo der Wirt der Lazy Turtle Bar den Fussballfans Omelettes zum Frühstück serviert. In Grenada bleiben wir fast einen Monat. Zwischendurch verholen wir mal von St. Georges in die Prickley-Bay, aber dort spricht nur die beste Pizza in der Karibik und die grosse Filmleinwand, wo wir das spannungsgeladene Spiel von England gegen Deutschland mit verfolgen, für den Aufenthalt in der rolligen Bucht. In der fussballfreien Zeit machen wir mit dem Bus eine über Umwege führende Fahrt nach Grenada-Island Marina um uns die Bedingungen für ein Haulout anzusehen. Auch einer verkürzten Inseltour durch den Regenwald schliessen wir uns Monika und Eric an. Es ist zwar die gleiche Rumfabrik wie vor einem Jahr für uns, aber wir sehen diesmal den Abfüllvorgang des Hochprozentigen in die Flaschen und deren Verpackung. Wir haben häufig starken Regen in dieser Zeit und ein heftiges Gewitter mit grellen Blitzen und Donnergrollen in unmittelbarer Nähe versetzt uns arg in Schrecken. Nach dem Finale der WM am Sonntag kaufen wir noch Unterwasserfarbe, füllen Wasser nach und klarieren aus. 90 sm sind es in die Testigos (Venezuela). Mit Wind um die 15kn aus Ost wird es eine gemütliche Fahrt über die Nacht. Ein Sundowner am Strand mit unseren Freunden von der Aroha beendet einen schönen Tag. In Porlamar auf der Insel Margarita bleiben wir nur vom Abend bis morgens um 04 Uhr, denn wir haben noch 70sm bis nach Puerto La Cruz vor uns. Auch das südamerikanische Festland empfängt uns mit Blitz und Donner! Als krönender Abschluss unserer fast dreijährigen Reise tummeln dutzende Delphine um die Infinity und wärmen wie immer unser Herz! In den kommenden Wochen bleibt noch Einiges zu tun. Wir verabschieden uns vorläufig mit diesem Bericht von allen unseren Lesern und hoffen euch mit den Einblicken in unseren Segleralltag nicht gelangweilt zu haben.
Allen ein herzliches Dankeschön für eure Freundschaft, Mast-und Schotbruch und auf Wiedersehen. Bruno und Heidi |
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Claudia und Pascal auf den kleinen Antillen |
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Geschrieben von: Claudia Hürlimann
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Freitag, 30. April 2010 um 13:26 |
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Zürich – Guadeloupe – Antigua – Guadeloupe – Zürich… und das alles in 16 Tagen. Auf dieser Route haben wir die beiden wunderschönen Inseln kennengelernt und gleichzeitig zwei Länder und zwei Kulturen gesehen. In Pointe-à-Pitre ging unsere Reise los. Mit dem Mietauto wurden wir von Heidi und Bruno am Flughafen abgeholt. Mit dem Auto konnten wir in den ersten beiden Tagen das Landesinnere der Insel erkunden. Schon die Autofahrt war sehr interessant. Man sieht eine reiche Pflanzenwelt; da blühen die Feuerbüsche, dort reifen die Mangos… Die Farbenpracht der Pflanzenwelt wird jedoch noch übertroffen durch die bunten Häuser. Jede Hütte ist wieder in einer anderen satten Farbe gestrichen. Die schöne Fahrt führte uns zu einem Regenwald, wo wir während drei Stunden zwischen Riesenpalmen mit Riesenblättern und Riesenwurzeln und Riesenameisen wanderten. Dann ging es nach einem erfrischenden Bad im Regenwald-Fluss wieder zum Hafen. Unsere ersten Segelturns führten uns der Küste entlang nach Norden. Wir besuchten das kleine Örtchen Deshaies und machten Halt auf den Îles des Saintes. Nun begann für uns der richtige Segleralltag: Ein Sprung ins Nass noch vor dem Zmorgen, rassige Fahrten mit dem Dingi und der obligatorische „Sundowner“ (Drink zum Sonnenuntergang). Die kleinen Hafenstädtchen, die wir besucht haben, waren sehr idyllisch und wieder geprägt von einer reichen Farbenpracht. Zum Schnorcheln machten wir halt bei der Insel Jacques Cousteau. Dort konnten wir die wunderschöne Unterwasserwelt entdecken. Wir sahen Calamares, Papageienfische, Trompetenfische, Barrakudas etc. Und als absolutes Highlight begegneten wir zu unserer Freude einer Wasserschildkröte. Nach einer Woche auf Guadeloupe entschieden wir, die lange Fahrt nach Antigua in Angriff zu nehmen (wir hatten uns als einigermassen segelfest erwiesen). So segelten wir in der Nacht von Guadeloupe nach Britisch Antigua. In Jolly Harbour kamen wir morgens etwa um 8 Uhr an. Hier präsentierte sich uns die Karibik von einer etwas anderen Seite. Die Häuser waren weniger farbig, alles war sehr britisch. Sogar eine rote Telefonzelle fehlte nicht. Ein grosser Unterschied war leider auch die Esskultur. So konnten wir nun zum Zmorgen nicht mehr die knusprigen Baguettes geniessen, sondern mussten mit weichem Brot aus dem Plastiksack Vorlieb nehmen. Am Sonntagabend, nachdem leider bereits eine Woche unserer Ferien verstrichen war, wurden wir von Heidi und Bruno zu einem Steel-Band Konzert auf den „Shirley Heights“ eingeladen. Wir verbrachten einen wunderschönen Abend mit feinstem Barbecue und Reggae-Musik und durften eine wunderschöne Aussicht auf English Harbour geniessen. Nach einem kurzen Abstecher in die einsame Bucht Indian Creek nahmen wir die Rückreise in Angriff. Diesmal segelten wir bei Tag mit sehr hohem Wellengang und mit einer Durchschnitts-Geschwindigkeit von etwa 7 Knoten. Dank Heidis Wundertropfen haben wir auch diese Fahrt gut überstanden und konnten nun noch die letzten Tage vor unserer Rückreise geniessen. Am letzten Abend stärkten wir uns noch mit feinster kreolischer Küche. Und dann am nächsten Tag war es leider schon soweit. Nach einer letzten Partie Canasta (und einem letzten grandiosen Sieg der Frauen) gings ab zum Flughafen. Wir haben zwei wundervolle Wochen verbracht, die wir nie vergessen werden und wir sind Heidi und Bruno unendlich dankbar für die liebe Gastfreundschaft. |
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Mit Helen u. Rainer nach Dominica und Antigua |
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Geschrieben von: Heidi und Bruno
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Donnerstag, 29. April 2010 um 13:26 |
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Wenn wir in Guadeloupe sind, ist anscheinend immer etwas los! Letztes Jahr wurden wir hier vom Streik überrascht, in Sachen Verkehrsmittel und auch mit den Einkaufsmöglichkeiten ging gar nichts und dieses Jahr hindert die Aschenwolke über Nordeuropa unsere Freunde am Heimflug! Aber schön der Reihe nach; Helen und Rainer kommen Ende März hier in Pointe à Pitre an. Mit dem Mietauto erkundigen sie den Regenwald auf eigene Faust und am folgenden Tag bestaunen wir im Norden die tollkühnen Surfer, die sich in der Brandung im Wettkampf messen. Unser erster Törn führt gerade mal um die Ecke vor Gosier. Es ist einfach herrlich, vom Schiff direkt ins Meer zu springen. Am Abend lässt sich der Spielmuffel Rainer sogar zum Canasta überreden und entwickelt ganz gehörigen Spieleifer! Helen mit weiblicher Tücke schlägt ihm zwar immer wieder ein Schnippchen, Wasserjogging stärkt halt nebst Beinmuskeln auch die Hirnzellen! Nach den Iles des Saintes machen wir mit Wind bis 32kn aus Ost durchschnittliche 7kn Fahrt und bald fällt der Anker vor dem auf Tourismus eingestellten Bretonendörfchen. Ein Cocktail zum Sonnenuntergang in der Hotelbar lässt die müden Glieder schwer werden. Gut ausgeruht nehmen wir Kurs auf Domenica. Nach einer rassigen Fahrt wenden wir uns wieder an den Einheimischen Andrew, der uns auch gleich zum Customer für das Einklarieren fährt. Am späteren Nachmittag lassen sich unsere Freunde die Fahrt auf dem Indian River nicht entgehen und zum Abendessen gehen wir zu Big Papas, wo wir begeistert sind vom Fischmenü. Zu unserer Überraschung treffen wir den deutschen Einhandsegler Gerd, den wir aus Trinidad kennen, an. Am nächsten Tag bleibt keine Zeit zum Ausschlafen. Wir werden für die Tour ins Landesinnere abgeholt. Über steile Strassen geht es durch dichten Regenwald zu schönen Wasserfällen und Seen. Auf dem 23sm langen Rückweg nach den Iles des Saintes fängt Rainer einen dicken Thunfisch. Endlich können wir wieder einmal Tartar und Sushi geniessen und auch dann bleibt noch genügend zartes Fleisch für grosse Thunfischsteaks übrig. Am nächsten Abend steht der Nachttörn an der Westküste von Guadeloupe vorbei nach Antigua auf dem Routenplan. Die ersten Stunden schiebt Helen mit dem Skipper zusammen die erste Wache. Nach 74sm finden wir am Ostermontag einen Ankerplatz im berühmten English Harbour auf Antigua. Schon sind einzelne grosse Schiffe zu bestaunen und die Drinks in der stilvollen Nelsons Bar munden bei diesem Ambiente gleich doppelt! In der Deep Bay fahren wir mit dem Dinghi an den Strand und wagen den kurzen Aufstieg auf die Anhöhe, wo wir eine fantastische Aussicht auf die Hauptstadt und die auslaufenden Kreuzfahrtsschiffe haben. Nur der Abstieg fällt uns nicht so leicht wie den Ziegen! Zur Belohnung genehmigen wir uns eine Kühlung im gediegenen, aber beinahe leeren, Hotelkomplex am Strand. Vor der Einfahrt nach Jolly Harbour baden wir im helltürkisenen Wasser und geniessen das karibische Feeling. Am Abend werden wir von Hardeggers zum Znacht eingeladen. Vielen Dank! Das Fleisch vom Grillmeister Peter war exzellent! Nach mehreren Telefonaten am nächsten Morgen verholen wir in eine Badebucht unweit von Jolly Harbour und schwimmen und relaxen. Gemütlich kann man die Fahrt in den Indian Creek am folgenden Tag nicht gerade nennen. Wir brettern gegen Wind und Welle und können die Ruhe nach der Einfahrt in diese gewundene Bucht kaum glauben. Schon das vorgelagerte Riff bremst die Wellen ab und im hinteren Teil erwartet uns spiegelglatte See und eine himmlische Ruhe, die nur durch die eintauchenden Pelikane mit Platschen unterbrochen wird. Das Wasser ist allerdings von den umgebenden Mangroven bräunlich. An Land faszinieren uns die gelb blühenden Agaven und die vielen kreisrunden Kakteen mit ihren rötlichen Stacheln und den rosa Blüten. Am Sonntag ist der Aussichtspunkt Shirley Heights unser Ziel. Ab 16 Uhr spielt wie vor 12 Jahren eine Steelband live und Schwaden von gegrilltem Fleischduft füllen die Luft. Aber vorher ergattern wir einen guten Aussichtsplatz für das einmalige Schauspiel, wenn die Sonne untergeht und die beiden Buchten von Failmouth- und English-Harbour in rötliche Töne färbt! In der Dunkelheit leuchten danach die Toplichter der Megajachten wie Christbäume. Um 19 Uhr räumen die Jungs ihre Drums zusammen und ohne Pause geht es gleich weiter mit Reggae-Musik. Den nächsten Tag haben wir für das Besichtigen der Luxusjachten reserviert, die jetzt eine Woche vor der Antigua Sailing Week langsam eintreffen. Was bleibt uns da bei diesem Luxus anderes als zu träumen! Nach Pointe à Pitre wollen wir auf dem Rückweg die kürzere Variante durch den Kanal zwischen den beiden Schmetterlingsflügeln von Guadeloupe nehmen. Noch vor der Dämmerung erreichen wir die erste Brücke und ankern vor der Durchfahrt. Die Anfahrt war dank guter Betonnung und gutem Kartenmaterial kein Problem. Gespannt, ob die Brücke um 04.30 tatsächlich aufgeht, legen wir uns für die kurze Zeit aufs Ohr. Nur mit wenig Verspätung öffnet sie sich tatsächlich und wir fahren mit Motor durch ein Mangrovenlabyrinth zur zweiten Brücke. Dort ist die Durchfahrt für unseren 6 Meter breiten Katamaran dann wesentlich enger und wir müssen genau navigieren. Bevor wir in den Hafen einlaufen, baden wir nochmals ausgiebig. Obwohl am Morgen ein Vulkanausbruch im Internet Schlagzeilen macht, fahren Helen und Rainer guten Mutes zum Flughafen und stehen nach kurzer Zeit wieder vor der Infinity. Der Flug ist annulliert und kein Mensch weiss, wann wieder geflogen werden kann. Die Kojen sind schnell wieder bezogen, die Hauptstadt und die Strände in der Umgebung warten auf unseren Besuch und die Canasta-Karten sind noch gar nicht versorgt! Leider wartet aber die Erfindermesse in Genf nicht und Rainer ist froh, dass er nach einer weiteren Woche wenigstens noch am Sonntag sein patentiertes Treppenkonzept persönlich vorstellen kann. Zum Glück hat ihn seine Jungmannschaft gut vertreten. Und nachdem sie uns am Flughafen noch den Rucksack mit Auto- und Schiffsschlüssel, ID- und Visakarte klauen, können wir von Glück sprechen, dass nur das Bargeld, die Sonnenbrille und das Handy fehlen, nachdem der Rucksack bei der Police abgegeben wurde. Am 1. Mai gratulieren wir René zum Dreivierteljahrhundert, nach dem wir diesen Frühling schon das Halbe und Pascal das Vierteljahrhundert feiern konnten! |
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Von Saint Lucia nach Guadeloupe |
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Geschrieben von: Heidi und Bruno
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Samstag, 27. März 2010 um 19:42 |
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Rückblickend haben wir wieder einen eindrucksvollen Monat verbracht und viele nette Segler getroffen. So geschehen in der Rodney Bay wo wir mit eingefleischten Karibikkennern wie z.B. Pauli und Erika am Freitagabend nach Gros Ilets zum Hühnchenessen fahren und uns einen Tag darauf im Holzbein auf Stühlen aus Treibholz ein kühles Bier genehmigen. Nebst den Medaillengewinnen der Schweizer an der Winterolympiade erreicht uns auch die Tsunamiwarnung im Pazifik nach dem starken Erdbeben in Chile. Wir verfolgen interessiert die Nachrichten, wenn die Meldungen aus dem Schnee und dem andern Ozean uns auch nicht direkt betreffen! Wir machen ein paar gute Segeltrips, wie dem 70sm-Nachttörn von Bequia aus nach St.Lucia oder dem 21smSprung nach Martinique. Die Winde haben meist südliche Tendenz und schieben uns gerade zu nach Norden. Anfang März kommt Rino zu uns an Bord und kann auch gleich seine Sprachkenntnisse anwenden. Wir brauchen nämlich einen neuen Gangschalthebel für unseren Aussenborder und vereint gelingt es uns, den Mechaniker aus Le Marin auf Trab zu halten, dass er uns das Teil nach Guadeloupe nachsendet. Wir geniessen nach langer Gästeabstinenz die Anwesenheit von Rino und vergewaltigen ihn auch gleich zum Jassen. Und seit mehr als zwei Jahren können wir wieder einmal so richtig feine St. Galler Bratwürste essen! Den ersten Tag an Bord fahren wir mit dem Mietauto in die Saline Bay, marschieren dem kargen Ufer entlang und kühlen uns anschliessend im Meer ab. Im ganzen Inselbereich herrscht akuter Wassermangel, denn seit Monaten hat es nicht mehr so richtig geregnet. Wir werden auch im Hafen sofort darauf aufmerksam gemacht, dass das Boot nicht abgespritzt werden darf und die Wäschereien sind nur stundenweise geöffnet. Auch der Seerosenteich ob der Grande Anse d`Arlet ist ausgetrocknet. In Trois Ilets wird die Stille nur durch das Krähen der Hähne durchbrochen. Gleich um die Ecke in St. Bourg nehmen die Männer die Fähre nach Fort de France, kehren aber schon am frühen Abend zurück, die Museen seien alle schon um 14 Uhr geschlossen und in der Hauptstadt nichts mehr los. In St.Pierre ist es dermassen schwellig, dass wir nur kurz ausklarieren und dann gleich weiter über die Nacht nach Domenica segeln. Rino wird für sein Wachegehen am frühen Morgen mit dem Besuch von prächtigen Delfinen belohnt. Schon von weit draussen werden wir von einem Einheimischen mit seinem Boot abgefangen. Wir sind froh, dass wir uns entscheiden, mit ihm zum Zoll zu fahren, denn es ist doch eine rechte Strecke über die Bucht, vorbei an grossen Wracks die von verschiedenen Hurrikans ans Ufer gehoben wurden. Spontan entschliessen wir uns noch am selben Nachmittag für eine Bootsfahrt auf dem Indian River. Unser Guide Andrew rudert und weist uns auf die Moorhühner, einen Leguan und sonst noch allerhand Getier und Gesträuch hin. Am Abend suchen wir ein Weilchen das Restaurant von Papas in der Dunkelheit. Wir wollen uns nämlich das Buffet nicht entgehen lassen. Zu unserer grossen Freude treffen wir in der Rupperts-Bay Brigitta und René von der Tao und verabreden uns auch gleich für eine Inseltour am nächsten Tag. Die Fahrt führt vorbei an sattem Grün mit herrlicher Aussicht auf das Meer, durch typische karibische Dörfer und über die zahlreichen Flüsse der hügeligen Insel. Bei einem der Halt gehen wir ein paar Meter zu Fuss und die Landschaft ändert total. Wir stehen auf kahlen roten Felsen die von Wind und Wasser geglättet wurden. Beim nächsten Mal marschieren wir zu einem idyllischen Wasserfall der von Gummibäumen und Riesenbambusgewächsen gesäumt wird. Leider drängt die Zeit und wir müssen uns am Abend von der sympathischen Crew der Tao verabschieden. Vielen Dank für die netten gemeinsamen Stunden, den Käppis und dem Tipp mit den Muskatnüssen! Wir würden uns über ein Wiedersehen freuen! Etwas rauer ist die Überfahrt nach den Iles des Saintes. Rino lässt es sich aber trotz kräftiger Seewasserschauer nicht nehmen, vorne im Netz zu liegen. Angekommen gibt es auch gleich wieder französisches Baguette und das Einklarierungsprocedere läuft über Fax nach Guadeloupe. Mit Scootern umrunden die beiden Männer die kleine Insel und bringen schöne Fotos mit. Am folgenden Tag verholen wir noch kurz vor die Ile de Cabrit für einen kurzen Badestopp bevor es über die 30sm nach Pointe à Pitre, kurz PaP, auf Guadeloupe losgeht. Wir haben um die 22 kn Wind und machen gute Fahrt. Beim Hafenmanöver wird Rino dann kurz Zeuge von einem Geplänkel, das unter Seglerehepaaren in diesen Situationen nicht so selten ist! Am Montag fahren wir mit dem Mietauto durch die fruchtbare Basse Terre, dem vulkanologischen Schmetterlingsflügel von Guadeloupe. Wir besuchen einen schönen Naturpark und Rino fährt mit Schnorchel und Taucherbrille ausgerüstet mit einem Boot hinaus zum Cousteau Wasserpark. Wir schreiben unterdessen Mails im Schatten der Palmen. Müde von der Sonne und den vielen Eindrücken bleibt die Bordküche kalt. Unser Gast lädt uns zum Abendessen ein. Er bestellt eine Languste frisch aus dem Wasserbecken im Restaurant. Schnell kommt die Zeit zum Abschied nehmen. Wir danken Rino herzlich für die anregende Gesellschaft und die Mithilfe bei diverser Administration, es waren unterhaltsame Tage! |
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Von Trinidad nach Bequia (St. Vincent und Grenadinen) |
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Geschrieben von: Heidi und Bruno
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Sonntag, 21. Februar 2010 um 01:26 |
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Mit den Calypsoklängen vom Semifinale der Steeldrumbands verlassen wir Trinidad gegen Abend in Richtung Grenada. Wir haben etwas mehr Wind als vorhergesagt und machen gute Fahrt. Diesmal ist auch die Strömung nicht gegen uns. Um das erst Huk kommt uns eine grosse braune Welle entgegen. Ist es schlammiges Wasser aus dem Orinoccodelta? Nein, tausende von braunen, tennisballgrossen Quallen treiben im Meer. Da wir erst kürzlich „der Schwarm“ von F. Schätzing gelesen haben, wird es uns fast ein bisschen unheimlich! In Grenada ankern wir einige Tage in der uns wohlbekannten Bucht vor St. Georges. Es hat aussergewöhnlich viele Schiffe hier. Die Erklärung ist schnell gefunden; die neue Marina Port Louis ist fertig und viele Bojen erlauben kein Ankern mehr im Hafenbecken. Wieder ein geschützter Platz weniger für das freie Ankern! Via Tyrell Bay auf Carriacou, wo wir nicht an Land gehen und diesmal auch keinen Wein aus Schmuggelbeständen kaufen, erreichen wir Union Island, wo wir schnell unseren Stammplatz vor dem Bojenfeld einnehmen. Wir erkundigen uns nach Kathy, denn ihr kleiner Laden ist tagsüber jedes Mal geschlossen, wenn wir vorbei gehen. Sie öffnet ihr buntes Häuschen anscheinend nur noch nach Bedarf und kocht dann auf Bestellung. Dafür ist die Bar auf Happy Island, dem Riffinselchen, durch einen farbigen Anstrich noch schöner geworden und jedes Getränk, inklusive Special Rumdrink, kostet immer noch 10 EC, entspricht etwa 3.50 Franken. Dank Internetverbindung können wir auch den klaren Gewinn des America's Cup nach Amerika mitverfolgen und wenn wir etwas vom Englischkommentar nicht verstehen, übersetzt es uns Pascal via Skype. Nur wenige Meilen entfernt liegt Mayreau. Wir setzen unseren Anker zum ersten Mal in der Saline Bay und sind vom schönen Ufersaum mit herrlichem Sandstrand ganz überrascht. Ausserdem liegen wir hier erst noch sehr ruhig. Für das Nachtessen kaufen wir uns einen Red Snapper vom handelstüchtigen Verkäufer. Ein grosses Ressort mit vielen Bars scheint verlassen und die Sonnenschirme schon länger nicht benützt. Viele Kinder spielen um die Häuser herum, Erwachsene sitzen im Freien und stören sich nicht am herumliegenden Unrat. Am Ende der steilen Dorfstrasse hat man dafür einen umso prächtigeren Ausblick auf die Tobago Cays und die Salt Whistle Bay. Nur einige der phantasievoll herausgeputzten Restaurants haben Gäste und wie oft ist auch hier Obama mit Postern präsent. Die 25 Seemeilen nach Bequia sind ein wahres Segelvergnügen. Der Wind aus südöstlicher Richtung weht konstant um die 16kn und die moderaten Wellen können die Infinity nicht bremsen. Kurz nach der Mittagszeit bergen wir die Segel und finden einen Platz im türkisfarbenen Wasser der Admirality Bay in Port Elisabeth.Hier wollen wir einige Tage verweilen, unser nächstes Ziel wird dann die Insel St.Vincent sein. |
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