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Wir kehren begeistert am vierten Tag nach über 2000 km mit dem Auto durch die Gran Sabana, einem Gebiet grösser als Deutschland, zur Infinity zurück. Gestartet sind wir am Samstagmorgen um 06 Uhr. Unser Reiseführer ist wieder Matthias Sauter und dieses Mal mit von der Partie unsere deutschen Freunde Sonja und Werner von der SY Fee. Den langen Anreisetag in den Canaima Nationalpark (einer der grössten der Welt, der mit seinen über 30‘000 km2 im Südosten von Venezuela liegt und in das Weltnaturerbe der UNESCO aufgenommen wurde) verkürzten die anschaulichen Informationen von Matthias, höfliche Kontrollen durch die Polizei, unterhaltsame Plaudereien mit unseren Reisepartnern und die reichhaltige Verpflegung in einheimischen Restaurants. Wir fahren durch weite Ebenen, über eine 2 km lange, über den Orinoco führende Brücke, vorbei an El Dorado, in dem immer noch Gold und Diamanten abgebaut werden, halten für ein Foto-shooting bei einer von Eiffel gebauten stählernen Brücke und erreichen am Nachmittag das Hochplateau von der Gran Sabana. Eine unendliche Weite öffnet sich vor unseren Augen; eine sanft hügelige Landschaft in allen Grüntönen wechselt mit zerklüfteten Tälern, durch jahrmillionenlange Erosion der Sandsteinmassen entstandene Tafelberge erheben sich in der Ferne. Der Roraima ist der höchste von ihnen und 2723m hoch. Vereinzelte Bäume und Büsche hier, Baumgruppen da, silbrig glänzende Flüsse in der Ferne und aufsteigende Nebel über den Wasserfällen. Und überall auch wieder nackte, leuchtend rote Erde - Weites Land! Die Lehmhütten oder Holzhäuschen mit Wellblechdach der einheimischen 30'000 Pémon-Indianer verlieren sich in der Ebene und wie aus dem Nichts tauchen die bunt gekleideten kleinen Menschen am Strassenrand auf. Auf den ungeteerten Nebenstrassen werden wir so richtig durchgeschüttelt und als dann bei fortgeschrittener Dämmerung auch noch sintflutartiger Regen einsetzt, beweist uns Matthias sein meisterhaftes Fahrkönnen und sein Toyota Land Cruiser seine Belastbarkeit. Wir übernachten jeweils in Touristencamps komfortabel in Doppelzimmern und eigenem Bad. Wenn der Generator allerdings ausfällt, kann es auch mal sein, dass man sich mit Kerzen behelfen muss. Die Frauen geniessen nebst dem Schmökern im Schmuckangebot auch die angenehm kühle Luft auf dem Hochplateau. Zwei Tage lang besuchen wir Wasserfälle von unwahrscheinlicher Kraft und Schönheit. Zum Salto Aponwao werden wir von einem Indio auf dem Fluss in seinem Boot gefahren. Da wir in der Regenzeit hier sind, führt er viel Wasser. Auf dem kurzen Fussmarsch zur Fallkante zeigt er uns verschiedene Pflanzen und deren Verwendung in der Medizin. Beim Wasserfall selbst kommen wir aus dem Staunen nicht heraus; 120 Meter tief tosen gewaltige Wassermassen zu Tal und tauchen dieses in einen Nebel aus weisser Gischt. Wir schiessen Foto um Foto und steigen danach hinunter und lassen die ungeheure Energie und das Getöse auf uns wirken. Nicht ganz so hoch, aber deswegen nicht weniger beeindruckend, ist ein breiter Salto mit gelb-braunen Wassermassen. Auch hier möchte man nicht in einen Strudel geraten! Von ganz anderer Schönheit ist der Salto de Jaspe aus leuchtend rotem Jaspis. Wir waten unten durch das dunkelrote Flussbeet aus Halbedelstein und fühlen uns wie die Könige. Beim Salto Kukinan wagen wir uns dann alle ins Flussbecken, die Männer mutig unter die herunter stürzenden Fluten, die Frauen kühlen sich etwas weiter vorne im weichen Flusswasser ab. Dem Badevergnügen verdanken wir im Nachhinein wahrscheinlich die stark juckenden Insektenstiche, denn im Internet wird vor sogenannten Puri Puri-Fliegen gewarnt! Der Grenze zu Brasilien und danach zu Guayana bis auf 20km Luftlinie sehr nah, sind wir zum ersten Mal soweit südlich am Äquator. Die Fahrt am 4. Tag zurück ist wieder recht unterhaltsam, wird doch Matthias von einem Polizisten verschaukelt, der ihn von früher kennt und spasseshalber des Drogenschmuggels anklagt. Und auch sonst fehlt es uns nicht an Gesprächsstoff und witzigen „inter-nationalen“ Bemerkungen zu Politik und Wirtschaft oder gewissen Männerphantasien. Den Ausflug erklären wir in jeder Hinsicht mehr als gelungen, ein weiteres phantastisches Abenteuer auf unserer Reise. Am 26. September feiern unsere Eltern Sonja und René ihre goldene Hochzeit. Wir wünschen ihnen noch viele glückliche Ehejahre!
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