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Von Venezuala nach Grenada
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Geschrieben von: Heidi und Bruno   
Dienstag, 22. Dezember 2009 um 11:53

Nachdem Peter und Martin Ende November abgereist sind, verbringen wir noch drei gemütliche Wochen im Hafen Bahia Redonda in Puerto La Cruz. Wir schreiben digitale Weihnachtskarten und finden in einem Möbelgeschäft einen neuen Bürostuhl. Unsere Campingwaschmaschine gibt leider den Geist auf.
Etwas widerwillig nehmen wir den Verkauf unserer Infinity in Angriff. Ein Schild „For sale“ hängt am Seitenfenster, Inserate werden aufgestartet und die Internetseiten besucht.
Bei den Amerikanern Debi und Rob sind wir Gäste auf ihrem neuen Boot zu Kaffee und Pumpkin-Pie (Kürbisfladen). Wir parlieren in Englisch so gut wie möglich über Wirtschaft und vor allem die unterschiedlichen Gesundheitssysteme in der Schweiz und Amerika.
Von unserem Stegnachbarn Gerd werden wir nebst Hähnchen aus dem Ofen auch zu deutschen Köstlichkeiten wie „arme Ritter“ und Leberspätzlesuppe eingeladen. Mit dem ehemaligen Lehrer haben wir allerhand zu palavern. Er hat ein Problem mit seinen neuen Polstern, die übel nach Nikotin riechen, weil sein Hersteller starker Raucher ist, und Gerd sie nicht sofort abgeholt hat. Aber auch das Internet weiss nur den Rat, gut zu lüften oder Schalen mit Essigwasser aufzustellen.
Kurz vor unserer geplanten Abreise stellen sich auch vertraute Schweizergesichter im Hafen ein. Und wie es der Zufall so will, kommen wir am Telefon mit Brunos Mutter auf Marie-Therese von der Mabuhay zu sprechen, denn sie glaubt, vor Jahren einmal mit ihr einen Ausflug in der Türkei gemacht zu haben. Die beiderseitige Freude ist gross, als wir Minuten später beim Sundowner davon sprechen! Klein ist die Welt!

Mit der Rückkehr in den Antillenbogen sind wir schon etwas spät dran, denn der Passat aus Ost gewinnt bereits wieder an Stärke. So warten wir ein gutes Wind- und Wetterfenster ab und lösen am Mittwoch, den 16. Dezember in der Frühe die Taue. An diesem Datum hat unser drittes gemeinsames Jahr auf der Infinity begonnen!
Wir motoren auf glatter See in Richtung Mochima, einem weiterer Nationalpark von Venezuela, vorbei an rötlichen Felsen auf denen graue Pelikane hocken. Delfine jagen ihr Frühstück und haben keine Zeit uns zu begleiten. Die Einfahrten in die weitverzweigten Buchten sind zum Teil recht schmal und wir achten darauf, ob die Wegpunkte auf dem Kartenplotter auch mit der Realität überein stimmen, wir wollen nämlich schon wieder kommende Nacht nach Isla Margarita weiter um den aufkommenden Gegenwinden gegen die Mittagszeit auszuweichen.
In der ruhigen Bucht treffen wir zwei bekannte Boote aus dem Hafen; die Debonair und die Tradewind. Schnell ist die Einladung zum Kaffee ausgesprochen und wir verbringen einen gemütlichen Nachmittag mit den so sympathischen Engländern und tauschen den neuesten Tratsch aus.
Um 02.00 nehmen wir den Anker hoch. Wir haben Leermond und wir sind in stockdunkler Nacht froh, den eingegebenen Wegpunkten folgen zu können. Wir kommen mit den Maschinen trotz Gegenströmung wie geplant voran und erreichen am Mittag nach gut 50sm Porlamar. Wir bleiben an Bord, es hat Schwell und ist nicht besonders gemütlich. Wir bedauern deshalb das „Ankerauf“ schon beizeiten in der Frühe nicht und stellen uns auf ca. 145sm gegen schwachen Wind um die 15kn, moderaten Wellen um die 1,5 m und Gegenströmung ein. Am späteren Nachmittag erreichen wir die Testigos. Wir fahren durch die Inseln durch ohne in diesen wunderschönen Buchten zu verweilen und verlassen Venezuela endgültig in Richtung Grenada. Aus den letzten 90sm nach GPS werden auf dem Log schlussendlich dann über 120sm, die wir gegenan brettern. Stugeron sei Dank, dass mir auch nicht schlecht wird, als die Pfanne mit der Rahmsauce zu Tortellini auf den Boden fällt und die Sauerei aufgewischt werden muss. Auch ein ordentlicher Gutsch Meerwasser durchs offene Lukenfenster kann unsere Laune nicht trüben.
Am folgenden Nachmittag erreichen wir St. Georges auf Grenada und fühlen uns auch gleich ein wenig zuhause.

Wir wünschen nun allen, die wir lieben (oder auch weniger gut kennen), sorgenfreie Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!!