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Schwarzer Asphalt und bunte Tempel (Trinidad)
Schwarzer Asphalt und bunte Tempel (Trinidad) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Heidi und Bruno   
Freitag, 29. Januar 2010 um 01:16

Wer kann mit dem Begriff „Angostura bitter“ etwas anfangen? Wir fahren an der einzigen Produktionsstätte dieser weltweit berühmten Flüssigkeit vorbei und erfahren, dass dieses Gebräu ursprünglich zu medizinischen Zwecken hergestellt wurde. Immerhin 50 Mio. Liter jährlich.
Aber Trinidad hat noch andere Attraktionen. Wir fahren zum Pitch Lake, dem grössten Asphaltsee von drei solcher Seen auf dieser Welt. Er hat eine Fläche von gut einem halben km2 und ist etwa 80 Meter tief. Zäher Asphalt wird mit Bulldozern abgetragen und füllt sich seit Menschengedenken wieder von selbst auf. Das Dorf am Rande des Sees steht auf Asphalt und die Vegetation hat sich angepasst. Vor allem die Cashew-Bäume gedeihen hier gut. Wir gehen mit einem Führer auf den See hinaus nicht ohne dass wir wie in Abenteuerfilmen vor „Treiblöchern“ gewarnt werden. An manchen Stellen blubbert das Gas heraus, manche Stellen sind von der Hitze fast flüssig und das sich sammelnde Wasser ist stark schwefelhaltig. Es soll gut gegen alle Hautkrankheiten sein. Mal testen, ob die Eheringe aus echtem Gold sind! Die kleinen Fischchen in diesen Tümpeln haben sich ihrer Umwelt angepasst und würden in normalem Wasser nicht überleben. Ölige Lachen schillern in der Sonne und es riecht wie auf einer frisch geteerten Strasse. Jahrhundertealte, oder sogar jahrtausendealte Holzteile kommen immer wieder an die Oberfläche.
Vorbei an idyllischen Hütten und moderneren Häuschen, die häufig geschmückt sind mit den Gebetsfahnen der Hindus, fahren wir an verwildernden Zuckerrohr- und Reisplantagen vorbei. Die Produktion dieser Monokulturen wurde eingestellt und Trinidad importiert fast alle Lebensmittel aus dem Ausland. Mit ihrem reichen Erdölvorkommen erwirtschaftet das Land genügend Geld und lässt das fruchtbare Land brach liegen. Erst mit neueren Projekten werden wieder Gemüsefelder angelegt und Papaya-Bäumchen hochgezogen. Die vor vielen Jahren herbei gelockten Arbeiter aus Westindien hatten die Wahl, ob sie nach fünf Jahren Arbeit auf den Feldern unter sklavenhaften Bedingungen Boden ein tauschen oder eine bezahlte Rückreise in ihr Herkunftsland wollen. Viele blieben in Trinidad und erhielten ein kleines Grundstück (mit der Zusatzbedingung, zum katholischen Glauben zu konvertieren). Heute sind ca.25% der Bevölkerung Hindus.
Wir sehen von weitem lodernde Feuer und werden Zeuge einer Feuerbestattung. Unser Besuch gilt dem kleinen Hindutempel auf einer Plattform im Meer. Der gläubige Erbauer bekam damals von den englischen Kolonialherren keine Baubewilligung am Ufer und hat diese so umgangen.
Ein neu erbauter rosa Tempel ist das letzte Ziel eines interessanten Tages. Wie in jeder grösseren Stadt stehen wir zum Feierabend auch in Port of Spain im Stau!