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Endspurt
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Geschrieben von: Bruno und Heidi   
Samstag, 24. Juli 2010 um 04:27

Liebe Freunde
Dies wird vorläufig für längere Zeit der letzte Bericht von unserer Reise mit der Infinity. Nächsten Monat werden wir mit einem lachenden und einem weinenden  Auge von Puerto La Cruz in Venezuela nach Hause fliegen. Die Infinity ist noch nicht verkauft.
Nachdem Pascal und Claudia von Guadeloupe aus heimgereist sind, segeln wir über die Iles des Saintes nach Martinique. Dort treffen wir den quirligen Gerd mit seiner Unique Dream wieder und lernen über ihn die sympathischen Österreicher Monika und Eric von der SY Aroha kennen. Wir merken schnell, dass wir das „Heu auf der selben Bühne haben“ und reisen gemeinsam bis nach Venezuela.
Noch in Le Marin (Martinique) lassen wir, wie vorgeschrieben, unsere Rettungsinsel warten und bekommen das ausgetauschte Material zurück. Das sind z.B. Leuchtpatronen, eingeschweisster Notvorrat, Batterien, Wasserbeutel à 100ml mit dem Hinweis, dass man die ersten 24 Stunden kein Wasser trinken soll (wahrscheinlich um zu sparen), Sonnencreme und ein Döschen mit Tabletten gegen Übelkeit mit der witzigen Aufschrift, das Medikament  sei eine halbe Stunde vor Reisebeginn einzunehmen!
In Saint Lucia bleiben wir nur kurz und fahren gleich weiter nach Bequia. Der Törn beginnt mit Flaute bis zu den Pitons, zwei Gewitterfronten zwingen uns, den Gennaker einzurollen und die letzten Meilen brausen wir mit 8kn Fahrt über die Wellenkämme. Wahrscheinlich zum letzten Mal kaufen wir in der Markthalle die viel zu teuren Früchte und Salate ein und verabschieden uns von „Mr. President“ und weiteren Verkäufern. Auch Gerd sagen wir hier „Lebewohl“ und wünschen ihm eine gute Reise nach Trinidad und alles Gute für seine weiteren Zukunftspläne! Wir bleiben in Kontakt!
Wir sind hier nun südlich des von der Versicherung ab Juni vorgeschriebenen  12. Breitengrades, wo die Hurrikan-Gefahr minim ist und eventuelle Schadenskosten übernommen würden.
Die Tobago Cays sind nur spärlich besucht, wir begegnen nochmals dem ungefährlichen Riffhai und einer ganzen Rochenfamilie.
Zu unserer grossen Freude bestätigt Rita Arndt meine Anstellung im Spital Rorschach ab September und wieder ist ein Datum für die Zukunft gesetzt. Dennoch leben wir die kommenden Wochen in den Tag hinein und geniessen noch ausgiebig die schönen Inseln, das Badevergnügen, die lieben Freunde und natürlich den Luxus, fast alle Spiele der Fussball-WM in irgend einer Bar im TV zu sehen!
In Union Island marschieren wir auf den Berg, um uns nachher vor dem Fernseher im Anchorage Jacht-Club beim Fussball zu erholen. Sogar Eric lässt sich vom Fussballvirus infizieren und fiebert mit den Mannschaften mit. In Hochstimmung wegen dem Sieg der Schweizer über die Spanier fahren wir nach Carriacou, wo der Wirt der Lazy Turtle Bar den Fussballfans Omelettes zum Frühstück serviert.
In Grenada bleiben wir fast einen Monat. Zwischendurch verholen wir mal von  St. Georges in die Prickley-Bay, aber dort spricht nur die beste Pizza in der Karibik und die grosse Filmleinwand, wo wir das spannungsgeladene Spiel von England gegen Deutschland mit verfolgen, für den Aufenthalt in der rolligen Bucht.
In der fussballfreien Zeit machen wir mit dem Bus eine über Umwege führende Fahrt nach Grenada-Island Marina um uns die Bedingungen für ein Haulout anzusehen. Auch einer verkürzten Inseltour durch den Regenwald schliessen wir uns Monika und Eric an. Es ist zwar die gleiche Rumfabrik wie vor einem Jahr für uns, aber wir sehen diesmal den Abfüllvorgang des Hochprozentigen in die Flaschen und deren Verpackung.
Wir haben häufig starken Regen in dieser Zeit und ein heftiges Gewitter mit grellen Blitzen und Donnergrollen in unmittelbarer Nähe versetzt uns arg in Schrecken.
Nach dem Finale der WM am Sonntag kaufen wir noch Unterwasserfarbe, füllen Wasser nach und klarieren aus.
90 sm sind es in die Testigos (Venezuela). Mit Wind um die 15kn aus Ost wird es eine gemütliche Fahrt über die Nacht. Ein Sundowner am Strand mit unseren Freunden von der Aroha beendet einen schönen Tag.
In Porlamar auf der Insel Margarita bleiben wir nur vom Abend bis morgens um 04 Uhr, denn wir haben noch 70sm bis nach Puerto La Cruz vor uns. Auch das südamerikanische Festland empfängt uns mit Blitz und Donner!
Als krönender Abschluss unserer fast dreijährigen Reise tummeln dutzende Delphine um die Infinity und wärmen wie immer unser Herz!

In den kommenden Wochen bleibt noch Einiges zu tun. Wir verabschieden uns vorläufig mit diesem Bericht von allen unseren Lesern und hoffen euch mit den Einblicken in unseren Segleralltag nicht gelangweilt zu haben.

Allen ein herzliches Dankeschön für eure Freundschaft, Mast-und Schotbruch und auf Wiedersehen.

Bruno und Heidi